18.11.2011

Scylla, Charybdis und der Drache




I know, der Titel irritiert ein wenig. Nein, nein, nicht die Griechen sind wieder dran, es geht um Größeres. Um Europa, die USA und den Rest von Chinas Abhängigen.
Der Globus erzittert gerade unter den volkswirtschaftlichen Gewaltakten. Die Schuldensituation der westlichen Welt (inklusive Japan) zwingt zu kapitalen Maßnahmen der gröberen Art. Die USA und ihr europäischer Hub, das Vereinigte Königreich, spülen mit ihren gigantischen Geldwellen die Schuldenberge in die Inflation. Die Euro-Zone hingegen verpflichtet sich gerade in nahezu masochistisch anmutenden Manövern mehr und mehr zu sparen. Austrocknen und händisch abtragen ist hier die Devise. Deflation als Drohung daher ein steter Begleiter. Und beide werden von China direkt oder indirekt vor sich her getrieben. Der chinesische Drache lockt mit seinem Wachstum, seinen Devisenreserven und seiner zentralen Rolle im asiatischen Wachstum ohne dabei auf seine Vorteile im mindesten verzichten zu wollen.

Die Frage ist nun, welche der drei Bedrohungen man als beste Alternative wählen sollte. Inflation hat den Charme, dass damit die Wirtschaft zumindest am Anfang profitieren würde danach aber die Gier der Politik und vor allem die Unfähigkeit des Konfliktbezugs der Politik dafür sorgen würde, dass Lohnsteigerungen und Wahlgeschenke diesen Wachstumseffekt durch nachhaltige Geldentwertung zu Nichte machen. Sachwerte würden daher rallieren, im Wirtschafts- und Steuerkreislauf ohne Perspektive aber wahrscheinlich am Ende wenig hängen bleiben.

Deflation will mit Sicherheit keiner. Denn das sparen, sparen, sparen zermürbt, verängstigt und sorgt für Hamsterverhalten das die Wirtschaft danach zu lähmen droht. Deflation zu steuern ist nahezu unmöglich, weshalb man angesichts der mangelnden Entschluss- und Beschlussfestigkeit der europäischen Politik die internationalen Zweifel daran versteht.

Und sich an China zu binden, deren Stärke devot akzeptieren und als verbündeter Partner durchs globale Dorf zu wandern, kann sich auch keiner so wirklich vorstellen. Viel zu oft in kürzerer und längerer Vergangenheit konnte man erkennen, wie rasch Chinas Verbündete auch wieder fallen gelassen wurden. Aufgestanden ist von denen danach lange keiner.

Das was Europa gerade macht ist, so wie der gute alte Odysseus auch, zwischen Scylla & Charybdis durch zu fahren. Der Wille zum Sparen muss einerseits glaubhaft umgesetzt werden, sonst wird die danach selektiv zugelassene Inflation nie unter Kontrolle bleiben. Dass es ein inflationistisches Bild sein wird, dass am Ende andererseits die Schulden reduziert spüren wir ja ohnehin schon jetzt im täglichen Leben. Ich hätte mir vor einigen Jahren auch nicht vorstellen können, dass eine Leberkäsesemmel um 40 Schilling normal ist. Und dass die politische Situation in Europa Deutschland massiv in die Hände spielt ist auch nicht mehr geheim. Also Schluss mit Versteckspielen, ran an die Arbeit. Fehlt nur mehr das öffentliche Eingeständnis der EZB, das Inflationsdiktat kurzfristig einem Wirtschaftsschub zu opfern, dann noch schnell den Franzosen das Geschenk gemacht, den EFSF doch mit einer Banklizenz auszustatten und schon fliegt das Ding.
Immer noch besser als China …



18.11.2011

Scylla, Charybdis und der Drache




I know, der Titel irritiert ein wenig. Nein, nein, nicht die Griechen sind wieder dran, es geht um Größeres. Um Europa, die USA und den Rest von Chinas Abhängigen.
Der Globus erzittert gerade unter den volkswirtschaftlichen Gewaltakten. Die Schuldensituation der westlichen Welt (inklusive Japan) zwingt zu kapitalen Maßnahmen der gröberen Art. Die USA und ihr europäischer Hub, das Vereinigte Königreich, spülen mit ihren gigantischen Geldwellen die Schuldenberge in die Inflation. Die Euro-Zone hingegen verpflichtet sich gerade in nahezu masochistisch anmutenden Manövern mehr und mehr zu sparen. Austrocknen und händisch abtragen ist hier die Devise. Deflation als Drohung daher ein steter Begleiter. Und beide werden von China direkt oder indirekt vor sich her getrieben. Der chinesische Drache lockt mit seinem Wachstum, seinen Devisenreserven und seiner zentralen Rolle im asiatischen Wachstum ohne dabei auf seine Vorteile im mindesten verzichten zu wollen.

Die Frage ist nun, welche der drei Bedrohungen man als beste Alternative wählen sollte. Inflation hat den Charme, dass damit die Wirtschaft zumindest am Anfang profitieren würde danach aber die Gier der Politik und vor allem die Unfähigkeit des Konfliktbezugs der Politik dafür sorgen würde, dass Lohnsteigerungen und Wahlgeschenke diesen Wachstumseffekt durch nachhaltige Geldentwertung zu Nichte machen. Sachwerte würden daher rallieren, im Wirtschafts- und Steuerkreislauf ohne Perspektive aber wahrscheinlich am Ende wenig hängen bleiben.

Deflation will mit Sicherheit keiner. Denn das sparen, sparen, sparen zermürbt, verängstigt und sorgt für Hamsterverhalten das die Wirtschaft danach zu lähmen droht. Deflation zu steuern ist nahezu unmöglich, weshalb man angesichts der mangelnden Entschluss- und Beschlussfestigkeit der europäischen Politik die internationalen Zweifel daran versteht.

Und sich an China zu binden, deren Stärke devot akzeptieren und als verbündeter Partner durchs globale Dorf zu wandern, kann sich auch keiner so wirklich vorstellen. Viel zu oft in kürzerer und längerer Vergangenheit konnte man erkennen, wie rasch Chinas Verbündete auch wieder fallen gelassen wurden. Aufgestanden ist von denen danach lange keiner.

Das was Europa gerade macht ist, so wie der gute alte Odysseus auch, zwischen Scylla & Charybdis durch zu fahren. Der Wille zum Sparen muss einerseits glaubhaft umgesetzt werden, sonst wird die danach selektiv zugelassene Inflation nie unter Kontrolle bleiben. Dass es ein inflationistisches Bild sein wird, dass am Ende andererseits die Schulden reduziert spüren wir ja ohnehin schon jetzt im täglichen Leben. Ich hätte mir vor einigen Jahren auch nicht vorstellen können, dass eine Leberkäsesemmel um 40 Schilling normal ist. Und dass die politische Situation in Europa Deutschland massiv in die Hände spielt ist auch nicht mehr geheim. Also Schluss mit Versteckspielen, ran an die Arbeit. Fehlt nur mehr das öffentliche Eingeständnis der EZB, das Inflationsdiktat kurzfristig einem Wirtschaftsschub zu opfern, dann noch schnell den Franzosen das Geschenk gemacht, den EFSF doch mit einer Banklizenz auszustatten und schon fliegt das Ding.
Immer noch besser als China …