11.09.2013

Nadelöhr voraus



Ein Plus von 75% in vier Monaten hätte wohl jeder gerne im Portfolio. Doch derzeit sehen die meisten derjenigen, die diese 75% gerade vor Augen haben, gar nicht so glücklich drein. Denn es sind die Renditen der 10-jährigen Deutschen Staatsanleihen die so stark gestiegen sind und diese Entwicklung schlägt natürlich auf die Bewertungen der entsprechenden Anleihen negativ zu Buche. Am selben Beispiel liest sich das mit einem Wertverlust von 6,7%.

Diese Effekte treten demzufolge in den letzten Monaten immer stärker bei Rentenportfolios in den Vordergrund. Die Abwertungserfordernisse beschäftigen bereits etliche Buchhalter. Szenarien werden hinauf und hinunter gerechnet und die Frage nach dem langfristigen Trend bei Zinsen und Renditen ist Kern schlafärmerer Nächte.

Die Ankündigung der FED, ihre Anleihekaufprogramme demnächst in Umfang und Geschwindigkeit zu drosseln, war zwar erwartet worden, die Realität, dass es getan wird, ist aber eben doch etwas anderes. Seither wollen alle durch dieselbe Tür aus dem Markt. Verständlich, denn es war so ziemlich allen Beteiligten klar, dass der Markt nahezu einzig durch die Käufe der FED ein solch tiefes Niveau erreichen bzw. halten konnte. Jetzt, bzw. bald, muss er wieder den „normalen“ Markterfordernissen wie Inflation, Konjunktur, regulatorische Erfordernisse, Bonität, etc. entsprechen, und das geht nicht ohne Risikoaufschlag. Also höhere Verzinsung.

Dass die Konjunktur zusätzlich ins bullishe Horn bläst, ist kein Zufall sondern begründet die Notenbankentscheidung erst. Für Institutionelle Bondinvestoren ein unangenehmes Zusammentreffen.

Für viele Versicherer, Pensionskassen oder auch private Anleger entsteht ein Nadelöhr des WünschDirwas, denn so schlecht ist diese Entwicklung am langen Ende ja auch nicht, aaaaaaber …

Die kurzfristigen Szenarien sehen nämlich wie folgt aus: Wenn die Bondkurse stark fallen wäre es nicht gut, weil dann muss man am Jahresende mehr abwerten und das kostet stille Reserven oder schlicht Manövrierfähigkeit. Wenn die Bondkurse hingegen nur mehr leicht fallen, oder sie einmal bleiben wo sie gerade sind, ist damit auch noch nichts Großes gewonnen, weil dann wird der Prozess eben im nächsten Jahr stärker werden. Sollten sie hingegen wieder ansteigen, ist es überhaupt ganz schlecht, denn das wäre erst recht das Versprechen auf stärkere Korrekturen in der Zukunft oder, real basierend, nur im Falle einer gröberen Krise vorstellbar und von Krisen haben wir definitiv in den letzten Jahren genug gehabt. Jetzt muss endlich wieder Wachstum her.

In jedem Fall wird es das Management der eigenen Assets und das Bewusstsein für dessen Notwendigkeit in den Vordergrund rücken und damit stärken. Wer denkt, Bonds wären ein risikoarmes Investment, der irrt zumindest bei kurzfristiger Betrachtung. Für Institutionelle Bondanleger ist dies selbstverständlich völlig klar und teilweise sogar erwünscht, denn dadurch können sie durch zwischenzeitliches Agieren ihr Portfolio optimieren - aber weh tun tut‘s halt doch am Anfang. Dem täglichen Professionalismus und der so Vielen innewohnenden Flexibilität ist daher ein erfreulicher Umstand in Sachen „Nadelöhr“ geschuldet, dass es an den Kapitalmärkten nämlich auch nur ganz wenige Kamele gibt.



11.09.2013

Nadelöhr voraus



Ein Plus von 75% in vier Monaten hätte wohl jeder gerne im Portfolio. Doch derzeit sehen die meisten derjenigen, die diese 75% gerade vor Augen haben, gar nicht so glücklich drein. Denn es sind die Renditen der 10-jährigen Deutschen Staatsanleihen die so stark gestiegen sind und diese Entwicklung schlägt natürlich auf die Bewertungen der entsprechenden Anleihen negativ zu Buche. Am selben Beispiel liest sich das mit einem Wertverlust von 6,7%.

Diese Effekte treten demzufolge in den letzten Monaten immer stärker bei Rentenportfolios in den Vordergrund. Die Abwertungserfordernisse beschäftigen bereits etliche Buchhalter. Szenarien werden hinauf und hinunter gerechnet und die Frage nach dem langfristigen Trend bei Zinsen und Renditen ist Kern schlafärmerer Nächte.

Die Ankündigung der FED, ihre Anleihekaufprogramme demnächst in Umfang und Geschwindigkeit zu drosseln, war zwar erwartet worden, die Realität, dass es getan wird, ist aber eben doch etwas anderes. Seither wollen alle durch dieselbe Tür aus dem Markt. Verständlich, denn es war so ziemlich allen Beteiligten klar, dass der Markt nahezu einzig durch die Käufe der FED ein solch tiefes Niveau erreichen bzw. halten konnte. Jetzt, bzw. bald, muss er wieder den „normalen“ Markterfordernissen wie Inflation, Konjunktur, regulatorische Erfordernisse, Bonität, etc. entsprechen, und das geht nicht ohne Risikoaufschlag. Also höhere Verzinsung.

Dass die Konjunktur zusätzlich ins bullishe Horn bläst, ist kein Zufall sondern begründet die Notenbankentscheidung erst. Für Institutionelle Bondinvestoren ein unangenehmes Zusammentreffen.

Für viele Versicherer, Pensionskassen oder auch private Anleger entsteht ein Nadelöhr des WünschDirwas, denn so schlecht ist diese Entwicklung am langen Ende ja auch nicht, aaaaaaber …

Die kurzfristigen Szenarien sehen nämlich wie folgt aus: Wenn die Bondkurse stark fallen wäre es nicht gut, weil dann muss man am Jahresende mehr abwerten und das kostet stille Reserven oder schlicht Manövrierfähigkeit. Wenn die Bondkurse hingegen nur mehr leicht fallen, oder sie einmal bleiben wo sie gerade sind, ist damit auch noch nichts Großes gewonnen, weil dann wird der Prozess eben im nächsten Jahr stärker werden. Sollten sie hingegen wieder ansteigen, ist es überhaupt ganz schlecht, denn das wäre erst recht das Versprechen auf stärkere Korrekturen in der Zukunft oder, real basierend, nur im Falle einer gröberen Krise vorstellbar und von Krisen haben wir definitiv in den letzten Jahren genug gehabt. Jetzt muss endlich wieder Wachstum her.

In jedem Fall wird es das Management der eigenen Assets und das Bewusstsein für dessen Notwendigkeit in den Vordergrund rücken und damit stärken. Wer denkt, Bonds wären ein risikoarmes Investment, der irrt zumindest bei kurzfristiger Betrachtung. Für Institutionelle Bondanleger ist dies selbstverständlich völlig klar und teilweise sogar erwünscht, denn dadurch können sie durch zwischenzeitliches Agieren ihr Portfolio optimieren - aber weh tun tut‘s halt doch am Anfang. Dem täglichen Professionalismus und der so Vielen innewohnenden Flexibilität ist daher ein erfreulicher Umstand in Sachen „Nadelöhr“ geschuldet, dass es an den Kapitalmärkten nämlich auch nur ganz wenige Kamele gibt.