05.09.2012

Das Bundesheer gehört an die Börse



D ie Sinnhaftigkeit der aktuellen politischen Diskussion um Heer Ja oder Nein will ich gar nicht hinterfragen. Tun andere. Viel Wichtigere. Ich würde nur die Rolle des Bundesheeres, als steter Fixpunkt bei der Beseitigung von Katastrophen, mit ein wenig Augenzwinkern nur einmal ans Börsenleben übertragen. Quasi, ein Katastropheneinsatz der besonderen Art.

Na ja. An Abwechslung würde es ­unseren „Soldaten“ da nicht mangeln. Da hätten wir beispielsweise die ­permanenten Überflutungen durch ­unkontrollierte Schwarzbauten in den Treasury-Abteilungen einiger Banken. Hang­erosionen begleiten nach längeren Regenfällen, wie beispielsweise ­fallenden Häuserpreisen, die Hochwasser. Die mutigen Retter in Schmutzig-Grün werfen sich in die Fluten, ­retten einige Kühe vorm Ertrinken und leiten so viel es geht in den Hauptstrom „Staat“, ab. Danach werden die morastigen Bilanzen mit Hochdruck ­gereinigt, Keller ausgepumpt oder gleich versiegelt, weil niemand mehr das Haus, das Investment, anrühren will. Ab ins Anlagevermögen. Die ­Gelsenplage danach, das Downgrade mancher Grundstücksexperten, ist nur mehr Kosmetik.

Es wartet gleich der nächste Einsatz. An etlichen Hängen haben sich gefährliche Derivate-Lawinen gebildet die mehr und mehr, von ausländischen, überwiegend US-amerikanischen Touristen ausgelöst, ins Tal donnern. Die sorgsam gehütete Wälder niedermähen und ganze Dorfstaaten, wie ­Griechenland, unter metertiefer Zinslast begraben. Die Touristen werden dann regelmässig von amerikanischen Black Hawk Hubschraubern gerettet. Die Schnee- und Lawinenberge dürfen dafür auf das Tauwetter im Frühjahr warten und aus den Dorfruinen macht man dann Abenteuerspielplätze für M&A-Spezialisten und pensionierte Hobby-Volkswirte.

Und dann diese monatelange Dürre! Endlose vertrocknete Felder an der ­Wiener Börse! Kein Bauer weit und breit, der wenigstens so tun würde, als würde er aussäen. Gerade mal ein paar verhungerte Kukuruz-Stengel ragen empor. Und an denen soll der Wohlfahrtsstaat sich laben?

Doch Hilfe naht. Zum Glück hat ebendieser vorgesorgt und leert mit Gönnermiene die dank tiefer Zinsen übervollen Speicher. Grad zum Anbauen und Aussäen bleibt halt nichts übrig. Egal. Werden wir im nächsten Jahr einfach unsere reichen Nachbarn fragen. Die geben sicher gerne.

Selbst der Sozialdienst wäre ohne dem Kapitalmarkt-Heer nahezu unmöglich auszuüben. Wer würde sich sonst um die halbverhungerten Versicherungen, die wochen- ja monatelang in selbstgewählter Kasteiung bei Wasser aus deutschen Staatsanleihen und trockenem Brot aus heimischen Anleihe­emissionen mit verbundenen Augen und verstopften Ohren freiwillig vor sich hin vegetieren liebevoll kümmern. Die Träume von ehemals schönen Tagen im Osten verklären deren Blick und lassen sie die Helfer anlächeln die ihnen ein paar Vitaminpillen in Form von ­Bilanzierungserleichterungen ins Wasser mischen. Wie glücklich könnte ­unser Heer da sein. Wie sinnvoll und unersetzlich wäre dessen Funktion.

Helfen ist doch wirklich etwas Schönes!



05.09.2012

Das Bundesheer gehört an die Börse



D ie Sinnhaftigkeit der aktuellen politischen Diskussion um Heer Ja oder Nein will ich gar nicht hinterfragen. Tun andere. Viel Wichtigere. Ich würde nur die Rolle des Bundesheeres, als steter Fixpunkt bei der Beseitigung von Katastrophen, mit ein wenig Augenzwinkern nur einmal ans Börsenleben übertragen. Quasi, ein Katastropheneinsatz der besonderen Art.

Na ja. An Abwechslung würde es ­unseren „Soldaten“ da nicht mangeln. Da hätten wir beispielsweise die ­permanenten Überflutungen durch ­unkontrollierte Schwarzbauten in den Treasury-Abteilungen einiger Banken. Hang­erosionen begleiten nach längeren Regenfällen, wie beispielsweise ­fallenden Häuserpreisen, die Hochwasser. Die mutigen Retter in Schmutzig-Grün werfen sich in die Fluten, ­retten einige Kühe vorm Ertrinken und leiten so viel es geht in den Hauptstrom „Staat“, ab. Danach werden die morastigen Bilanzen mit Hochdruck ­gereinigt, Keller ausgepumpt oder gleich versiegelt, weil niemand mehr das Haus, das Investment, anrühren will. Ab ins Anlagevermögen. Die ­Gelsenplage danach, das Downgrade mancher Grundstücksexperten, ist nur mehr Kosmetik.

Es wartet gleich der nächste Einsatz. An etlichen Hängen haben sich gefährliche Derivate-Lawinen gebildet die mehr und mehr, von ausländischen, überwiegend US-amerikanischen Touristen ausgelöst, ins Tal donnern. Die sorgsam gehütete Wälder niedermähen und ganze Dorfstaaten, wie ­Griechenland, unter metertiefer Zinslast begraben. Die Touristen werden dann regelmässig von amerikanischen Black Hawk Hubschraubern gerettet. Die Schnee- und Lawinenberge dürfen dafür auf das Tauwetter im Frühjahr warten und aus den Dorfruinen macht man dann Abenteuerspielplätze für M&A-Spezialisten und pensionierte Hobby-Volkswirte.

Und dann diese monatelange Dürre! Endlose vertrocknete Felder an der ­Wiener Börse! Kein Bauer weit und breit, der wenigstens so tun würde, als würde er aussäen. Gerade mal ein paar verhungerte Kukuruz-Stengel ragen empor. Und an denen soll der Wohlfahrtsstaat sich laben?

Doch Hilfe naht. Zum Glück hat ebendieser vorgesorgt und leert mit Gönnermiene die dank tiefer Zinsen übervollen Speicher. Grad zum Anbauen und Aussäen bleibt halt nichts übrig. Egal. Werden wir im nächsten Jahr einfach unsere reichen Nachbarn fragen. Die geben sicher gerne.

Selbst der Sozialdienst wäre ohne dem Kapitalmarkt-Heer nahezu unmöglich auszuüben. Wer würde sich sonst um die halbverhungerten Versicherungen, die wochen- ja monatelang in selbstgewählter Kasteiung bei Wasser aus deutschen Staatsanleihen und trockenem Brot aus heimischen Anleihe­emissionen mit verbundenen Augen und verstopften Ohren freiwillig vor sich hin vegetieren liebevoll kümmern. Die Träume von ehemals schönen Tagen im Osten verklären deren Blick und lassen sie die Helfer anlächeln die ihnen ein paar Vitaminpillen in Form von ­Bilanzierungserleichterungen ins Wasser mischen. Wie glücklich könnte ­unser Heer da sein. Wie sinnvoll und unersetzlich wäre dessen Funktion.

Helfen ist doch wirklich etwas Schönes!