08.02.2011

Der Hebel des Archimedes



Die Zeiten, in denen Staaten direkt als grösste Schuldner aufgetreten sind, sind wohl für lange Zeit vorbei. Die Notenbanken übernehmen das Zepter. Sieht nach wenig Unterschied aus - Notenbanken sind ja "Staatsdiener"- ist aber ein Gewaltiger, weil Notenbanken üblicherweise mit der Möglichkeit unabhängiger Geldpolitik gesegnet sind. Soll eben alles am Ende einen Sinn ergeben und nicht im Schulden-Nirvana enden. Umso spannender, wenn man sieht mit welcher Geschwindigkeit die Stafetten übergeben wurden. Die FED hat z.B. bereits China als grösster US-Bondholder abgelöst. Mit einem Bestand von aktuell 1108 Mrd. USD schlägt sie den bisherigen Treasury-Statthalter China (896 Mrd.) bereits um Längen vor Japan (877 Mrd.).

Europa ist aufgrund seiner regulatorischen Fussfesseln noch nicht soweit gelangt, aber die EZB, die derzeit mit 73 Mrd. Euro recht magere Bond-Bestände in Relation zu den amerikanischen Kollegen hat, hat mit der Gründung und Etablierung der EFSF (European Financial Stability Facility) bereits eine scharfe Waffe geschmiedet. Die EFSF wird jene Einheit sein, die finanzielle Rettungsaktionen in Europa steuern und umsetzen soll. Quasi Turbo-EU-Finanzministerium. Die bisher genehmigten 440 Mrd. Euro lassen das Potential erkennen und die bereits diskutierte Verdoppelung dieses Betrages unterstreicht die Ernsthaftigkeit dieser strategischen Entscheidung.

Und das ist noch nicht alles. QE III ist next. Das Quantitative Easing II der USA wird bereits als „zu wenig“ diskutiert. Hardliner fordern eine Ausweitung, sollten die Konjunkturdaten im Juni nicht positiv ausfallen. Und als ob dies nicht genug wäre, denkt man ernsthaft über die Möglichkeit 100 jähriger Anleihen in USA nach. Da verlieren Summen ihre Bedeutung und der Gedanke an den Hebel des Archimedes lässt uns erschauern. Ähnelt einer Chemotherapie, die den Körper extrem belastet, um die kranken Stellen so zu schwächen, dass sie der Körper selbst bekämpfen kann. Wir überfluten das System in der Hoffnung, die Krisenstellen zu ersticken und während deren Paralyse das System wieder zu kurieren, damit danach alles wieder so ist wie es einmal war.

Dann noch die wohlkontrollierte Inflation bei gedrückten Zinsen, womit sich solch ein Monsterschuldenturm noch kontrollieren lässt. Und dann zahlen wir alle, ohne dass wir es merken. Es gilt in den nächsten Jahren mehr und mehr an der Spitze dieser Entwicklung die Investments auszurichten. Inflationsschutz gepaart mit Wachstum. Den Schutz der Nische verbunden mit hoher Flexibilität um auf wechselnde Marktgegebenheiten reagieren zu können. Aktien bieten sich als Safe Haven eindeutig an. Vorerst werden es die Value-Stocks sein. Energie, Versorger, Telekom. Danach kommen sehr selektiv die Technologiewerte. Ganz sicher. Denn am Ende der Fahnenstange werden stabil hohe Margen nur mit „Oligopol“ und „Know How“ zu verteidigen sein. Parallel dazu bleiben Rohstoffe die Essenz jeden Portfolios, weil Inflation, Absicherung, alternative Assetklassen, brauchen wir, haben wir nicht, … ehschonwissen.

Unsere Welt wird sich verändern. Unser Kapitalmarktdenken, unser volkswirtschaftliches Denken und unsere Investitionen werden es auch tun.



08.02.2011

Der Hebel des Archimedes



Die Zeiten, in denen Staaten direkt als grösste Schuldner aufgetreten sind, sind wohl für lange Zeit vorbei. Die Notenbanken übernehmen das Zepter. Sieht nach wenig Unterschied aus - Notenbanken sind ja "Staatsdiener"- ist aber ein Gewaltiger, weil Notenbanken üblicherweise mit der Möglichkeit unabhängiger Geldpolitik gesegnet sind. Soll eben alles am Ende einen Sinn ergeben und nicht im Schulden-Nirvana enden. Umso spannender, wenn man sieht mit welcher Geschwindigkeit die Stafetten übergeben wurden. Die FED hat z.B. bereits China als grösster US-Bondholder abgelöst. Mit einem Bestand von aktuell 1108 Mrd. USD schlägt sie den bisherigen Treasury-Statthalter China (896 Mrd.) bereits um Längen vor Japan (877 Mrd.).

Europa ist aufgrund seiner regulatorischen Fussfesseln noch nicht soweit gelangt, aber die EZB, die derzeit mit 73 Mrd. Euro recht magere Bond-Bestände in Relation zu den amerikanischen Kollegen hat, hat mit der Gründung und Etablierung der EFSF (European Financial Stability Facility) bereits eine scharfe Waffe geschmiedet. Die EFSF wird jene Einheit sein, die finanzielle Rettungsaktionen in Europa steuern und umsetzen soll. Quasi Turbo-EU-Finanzministerium. Die bisher genehmigten 440 Mrd. Euro lassen das Potential erkennen und die bereits diskutierte Verdoppelung dieses Betrages unterstreicht die Ernsthaftigkeit dieser strategischen Entscheidung.

Und das ist noch nicht alles. QE III ist next. Das Quantitative Easing II der USA wird bereits als „zu wenig“ diskutiert. Hardliner fordern eine Ausweitung, sollten die Konjunkturdaten im Juni nicht positiv ausfallen. Und als ob dies nicht genug wäre, denkt man ernsthaft über die Möglichkeit 100 jähriger Anleihen in USA nach. Da verlieren Summen ihre Bedeutung und der Gedanke an den Hebel des Archimedes lässt uns erschauern. Ähnelt einer Chemotherapie, die den Körper extrem belastet, um die kranken Stellen so zu schwächen, dass sie der Körper selbst bekämpfen kann. Wir überfluten das System in der Hoffnung, die Krisenstellen zu ersticken und während deren Paralyse das System wieder zu kurieren, damit danach alles wieder so ist wie es einmal war.

Dann noch die wohlkontrollierte Inflation bei gedrückten Zinsen, womit sich solch ein Monsterschuldenturm noch kontrollieren lässt. Und dann zahlen wir alle, ohne dass wir es merken. Es gilt in den nächsten Jahren mehr und mehr an der Spitze dieser Entwicklung die Investments auszurichten. Inflationsschutz gepaart mit Wachstum. Den Schutz der Nische verbunden mit hoher Flexibilität um auf wechselnde Marktgegebenheiten reagieren zu können. Aktien bieten sich als Safe Haven eindeutig an. Vorerst werden es die Value-Stocks sein. Energie, Versorger, Telekom. Danach kommen sehr selektiv die Technologiewerte. Ganz sicher. Denn am Ende der Fahnenstange werden stabil hohe Margen nur mit „Oligopol“ und „Know How“ zu verteidigen sein. Parallel dazu bleiben Rohstoffe die Essenz jeden Portfolios, weil Inflation, Absicherung, alternative Assetklassen, brauchen wir, haben wir nicht, … ehschonwissen.

Unsere Welt wird sich verändern. Unser Kapitalmarktdenken, unser volkswirtschaftliches Denken und unsere Investitionen werden es auch tun.